Chronik

der Freiwilligen Feuerwehr Außernbrünst

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Vorwort

Diese Chronik erhebt in keinster Weise Anspruch auf Vollständigkeit.
Vielen Dank an unser Ehrenmitglied Max Hofbauer sen. und unseren Fahnenjunker Christoph Schmeller und Allen, die Ihr Wissen, Ihre Erinnerungen und Ihre Zeit in dieses Stück Feuerwehrgeschichte eingebracht haben!

Gründungs- und Aufbauzeit

Nach dem Verzeichnis der Feuerwehren des damaligen Landkreises Wolfstein wurde die Freiwillige Feuerwehr Außernbrünst am 19. Oktober 1880 gegründet. Die erste Vorstandschaft bestand aus:

Außerdem traten noch 22 Männer der Freiwilligen Feuerwehr bei:

Fünf Jahre nach der Gründung war der junge Verein schon Problemen ausgesetzt. Wie aus einem Schreiben der Gemeindeverwaltung vom 31. August 1885 an das Königliche Bezirksamt zu entnehmen ist, kam es zu Unstimmigkeiten innerhalb des Vereins. Der Grund lag darin, dass sich die Hofbesitzer Raab, Stockinger und Uhrmann aus Steinerleinbach weigerten der Freiwilligen Feuerwehr Außernbrünst beizutreten. Wörtlich:
"Man erlaubt sich die gehorsame Anfrage, ob diese Betroffenen eine Pflichtfeuerwehr zu bilden haben und ob gegen dieselben nach § 368 Ziffer 8 des Reichsgesetzbuches vorgegangen werden kann und darf...Gehorsamst, Bauer."

Nach den vorhandenen Aufzeichnungen in der Stammliste vom 1. September 1885 findet man unter der Überschrift "Pflichtfeuerwehr" die Namen von Johann Stockinger sowie Johann Uhrmann, beide Bauern zu Steinerleinbach, und es ist anzunehmen, dass der damalige Bürgermeister Bauer vom Königlichen Bezirksamt Wolfstein die Anweisung bekommen hat, die eben genannten zu verpflichten, der Freiwilligen Feuerwehr Außernbrünst beizutreten. Am 29. September 1885 wurde gemäß der polizeilichen Feuerlöschordnung vom 23. März 1885 Vollzug gemeldet:
"Gemäß des bezirksamtlichen Auftrages wird hiermit gehorsamst berichtet: Das Verzeichnis der FFW und das der Pflichtfeuerwehr liegen an. Der bezirksamtliche Auftrag wurde genau vollzogen. Eine rote Fahne und eine rote Laterne wurden angeschafft. Gehorsamst der Bürgermeister: Bauer."
Diese Dokumente beweisen, dass es vor 100 Jahren auch bei den kleinen Landfeuerwehren zu Verpflichtungen kam, wenn auf freiwilliger Basis die Gewähr des Feuerschutzes nicht gegeben war.

Am 8. Januar 1889 bestand die Wehr aus 38 aktiven Mitgliedern, am 16. Januar 1893 bereits aus 52 aktiven Mitgliedern und im Jahre 1896 konnte die Wehr die stattliche Zahl von 62 aktiven Feuerwehrmänner, deren Durchschnittsalter 26 1/4 Jahre betrug, verzeichnen.
Weitere Eintragungen in der Grund- und Stammliste findet man am 5. Juli 1898, nach einem größeren Zeitabstand am 2. Februar 1913 und eine weitere Eintragung nach dem 1. Weltkrieg mit einer stark reduzierten Mannschaft von 29 Aktiven.

Neuformierung

Nach den Aufzeichnungen vom 1. Dezember 1924 fand nun eine Neuformierung der FF statt. Eine jüngere Mannschaft hat die Führung und Verantwortlichkeit übernommen und die Generation der Gründungs- und Aufbauzeit hat ihre Pflicht erfolgreich gemeistert. Im neu gewählten Vorstandsgremium findet man folgende Namen:

Bis zum 5. Mai 1940 hat sich der Mitgliederstand der aktiven Wehrmänner nach dem starken Rückgang während des 1. Weltkrieges von 29 auf 40 Mann erhöht.
Aber das deutsche Volk befand sich zu diesem Zeitpunkt fast schon wieder ein Jahr im 2. Weltkrieg und auch von der Außernbrünster Wehr kämpften 1940 sieben Feuerwehrmänner an den verschiedenen Fronten. Im Jahresbericht für 1947 kann man folgendes nachlesen:
"In der Gefangenschaft weilen noch hinter Stacheldraht: Otto Reitberger, Max Bauer, Josef Jungwirth, Hans Schmeller und Georg Drexler."

Bevor wir uns mit der jüngeren Geschichte der FF Außembrünst beschäftigen, sollen all diejenigen namentlich aufgeführt werden, welche in den vergangenen Jahren Verantwortung in der Führung der Wehr getragen haben, bzw. noch tragen.

Als Vorstände:

Für Übergangszeiten standen weitere Vorstände dem Verein vor. So Michael Schustereder um 1898 und Eduard Graf um 1905.

Als Hauptmann bzw. Kommandant:

In dem vorher bereits angeführten Zeitraum standen also 12 Vorstände dem Verein vor und 15 Kommandanten waren mit der Führung und Ausbildung der Wehrmänner betraut.

Feste und Feierlichkeiten

Über Feste und Feierlichkeiten in den ersten acht Jahrzehnten kann nur sehr wenig berichtet werden, da darüber fast keine Aufzeichnungen vorliegen.
Erwähnt ist nur eine im Jahre 1906 stattfindende Fahnenweihe. Damals wurden die erschienenen Gastvereine noch in den einzelnen Anwesen in Außernbrünst und Deching verpflegt. Der damalige Kommandant Franz-Xaver Gutsmiedl hatte mit seinen Wehrmännern gute Organisationsarbeit geleistet.

Eines der größten und gelungensten Feste war die Fahnenweihe zu Pfingsten 1967. Zu diesem in Röhrnbach gefeiertem Fest waren 84 Gastvereine erschienen.

Anlässlich der Weihe des neuen Gerätehauses und des Tanklöschfahrzeuges TLF 16 wurde am 07. und 08. Mai 1977 das zweite große Ereignis in der über 125-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Außernbrünst begangen. Diesem Ereignis schloss sich am 14. und 15. Juni 1980 das 100-jährige Gründungsfest in Außernbrünst an. 19 Nachbarvereine waren zu diesem runden Jubiläum erschienen, das damit in gebührender Form gefeiert wurde. 2005 wurde dann das 125-jährige Gründungsfest abgehalten.

Weitere Höhepunkte im gesellschaftlichen Bereich der FF Außernbrünst waren die bis 1987 stattfindenden Feuerwehrbälle und die in der Öffentlichkeit sehr gut angenommenen Feuerwehrfeste der (28./29.05.1983, 24./25.05.1986, 20./21.05.1989, 05./06.05. 1993).
Christbaumversteigerungen, gut organisierte Ausflüge und die schon zur Tradition gewordenen jährlichen Kameradschaftsabende runden das Bild einer lebendigen und rührigen Gemeinschaft ab.

Gerätschaften

Nicht unerwähnt sollen die Gerätehäuser und Löschgeräte sein. Das erste Gerätehaus dürfte um 1880 gebaut worden sein und die Geräte waren bis 1976 darin untergebracht.
So auch die erste "Löschmaschine", wofür am 30.11.1880 die erste Rate von 54 Mark und 84 Pfennig bezahlt wurde. Diese "Löschmaschine" war in sechs Kolli verpackt und wog 1290 Kilogramm. Der Fuhrlohn und die Nachnahme betrugen 6 Mark 50 Pfennig. Im Jahre 1882 wurde die dritte Rate über 63 Mark und 36 Pfennig bezahlt und der genannte Betrag ist aus der Lokalbieraufschlagkasse beglichen worden.
Um 1900 wurde dann die erste Saug- und Druckspritze aus Mitteln der Lokalbieraufschlagkasse beschafft. Das für den Kauf notwendige Darlehen hatte das Bezirksamt Wolfstein am 19.12.1903 staatsaufsichtlich genehmigt und teilte dies der Gemeindeverwaltung Außernbrünst mit folgendem Wortlaut mit:
"Der Gemeindeausschuss Außernbrünst hat am 25.10.1903 unter Zustimmung der Gemeindeversammlung beschlossen, zwecks Abzahlung der Restschuld von 600 Mark für Anschaffung der Löschmaschine, ferner zur Anschaffung von Feuerwehruniformen, wofür 550 Mark erforderlich sind, ein vierprozentiges, in neun Jahren tilgbares Darlehen von 1300 Mark aufzunehmen. Dies wird staatsaufsichtlich genehmigt. Ferner wird genehmigt, dass die Verzinsung und Tilgung dieses Darlehens aus Mitteln des Bieraufschlages erfolgen darf."
(Zur damaligen Zeit musste an die Gemeinde für einen Hektoliter Bier 60 Pfennige von den Wirten abgeführt werden). Somit wurde die erste Druckspritze aus dem Jahre 1880 verdingt; sie fand in Steinerleinbach eine neue Heimat, wo sie 1945 das letzte Mal im Einsatz war.

1951 begann für die FF Außernbrünst das "Motorzeitalter"; es wurde die TS 4/4 angeschafft und im Jahre 1952 der dazupassende Einachs-Anhänger. Bereits damals leistete die Wehr einen finanziellen Beitrag. Unter dem Kornmandanten Otto Reitberger und dem Kassier Max Hofbauer wurde eine Haussammlung durchgeführt, um der Gemeinde diese Anschaffung zu erleichtern.
Der technische Fortschritt ging weiter und so wurde im Jahre 1959 eine zweite Motorspritze TS 8/8 mit TSA-8 in Dienst gestellt.

1964 erwarb die Gemeinde gemeinsam mit der Feuerwehr ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF, der Tragkraftspritzenanhänger wurde verkauft. Dieses Fahrzeug war bis 1990 bei der FF Außernbrünst im Einsatz und leistete im Anschluss den Bauhofrnitarbeitern der Gemeinde Röhrnbach wertvolle Dienste. Die TS 8/8 leistet Dank der hervorragenden Arbeit der damit beauftragten Gerätewarte bis heute ihren Dienst und befindet sich in einem außergewöhnlich guten Zustand.

Seit 1959 wurde in den Berichten des technischen Prüfdienstes des Landesamtes für Feuerschutz die Unterkunft für das TSF und das zugehörige Feuerwehrgerät für zu klein, zu feucht und die Ausfahrt für das TSF für zu eng befunden. Deshalb wurde im Jahre 1973 der Gedanke geboren, den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses und die Anschaffung eines schweren LF 8 ins Gespräch zu bringen.
Die Gebietsreform mit der frühzeitigen Eingliederung der Gemeinde Außernbrünst in den Markt Röhmbach kam der FF Außernbrünst sehr gelegen. Es war der Wunsch der Gemeinde Außernbrünst an den aufnehmenden Markt Röhrnbach, die Kosten für dieses Vorhaben zu übernehmen. Aus dem gewünschten schweren LF 8 wurde ein TLF 16.
Für diese Anschaffung trat der damalige Kreisbrandrat Wilhelm Sulzenbacher ein, der die Ansicht vertrat, dass sowieso genügend LF 8 vorhanden seien, aber gerade der südliche Landkreis einen Mangel an Tanklöschfahrzeugen aufweise.

An dieser Stelle sei dem langjährigen Vorstand und Ehrenvorstand der FF Außernbrünst Karl Bachl sen. sehr herzlich gedankt. Sowohl als Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Außernbrünst, als auch als Vorstand der Wehr trat er stets für ihre Belange ein und unterstützte sie nicht nur in materieller Weise sehr vorbildlich und großzügig, sondern stand und steht der Führungsmannschaft stets mit seiner Erfahrung und seinem Rat zur Seite.

Dass die Ausrüstung immer auf dem erforderlichen Stand gehalten wird, bewies die Gemeinde Röhrnbach im Sommer 1989, als der Gemeinderat beschloss das alte Tragkraftspritzenfahrzeug im Jahre 1990 durch ein neues zu ersetzen. Dieses Fahrzeug wurde anlässlich eines Festes am 20. Mai 1990 feierlich geweiht und in Dienst gestellt.

Ein bereits von der Feuerwehr lang gehegter Wunsch fand mit der Einweihung des Feuerwehrhausanbaues am 6. Mai 1996 seinen Abschluss. Unter dem Vorstand Matthias Haydn jun., seiner Führungsmannschaft und den Dorfschützen Außernbrünst, angeführt von ihrem Vorsitzenden Josef Lang wurde im Frühjahr 1995 mit dem nun von der Gemeinde Röhrnbach genehmigten Anbau an das bestehende Feuerwehrgerätehaus begonnen.
Mit einer Eigenleistung von 40000 DM je Verein, der Unterstützung der Gemeinde Röhrnbach und zahlreicher Sponsoren und dem unermüdlichen Einsatz von Kommandant Richard Drexler und dem langjährigen Vorstand der Dorfschützen, Josef Rodler und vielen freiwilligen Helfern aus beiden Vereinen, gelang es in kürzester Zeit, den Feuerwehrhausanbau fertig zustellen.
Dieser Anbau bietet nun beiden Vereinen hervorragende Möglichkeiten nicht nur im gesellschaftlichen und kameradschaftlichen Bereich, sondern auch für eine effiziente und zukunftsweisende Förderung ihres zahlreichen Vereinsnachwuchses. Auch regional erfreut sich der Anbau bereits Beachtung, wie der im Februar/März 1994 durchgeführte Grundausbildungslehrgang für Feuerwehrmänner im südlichen Landkreis beweist.

Schriftführer und Fahnenmutter

Am Ende dieses geschichtlichen Rückblickes seien einige Zeilen den Männern gewidmet, welche durch ihre Aufzeichnungen dazu beigetragen haben, etwas aus den vergangenen Jahren zu erfahren.
Als erster Schriftführer sei Josef Fischer, von Beruf Lehrer, genannt, der dieses Amt bis 1898 ausführte.
Sein Nachfolger Michael Schustereder , Lehrer, der auch als Vorstand in den Unterlagen erscheint, und das Amt bis 1904 ausübte.
Für nur kurze Zeit war Eduard Graf, Lehrer, tätig, da er bereits am 01.12.1905 versetzt wurde.
Durch den Beitritt von Lehrer Heinrich Exl zur FF Außernbrünst erhielt diese am 01.02.1906 einen neuen Schriftführer. Er übte dieses Amt bis zu seinem Tode am 15.02.1924 aus.
Vom 01.12.1924 bis 26.11.1925 zeichnete Lehrer Johann Haider die Geschichte der Wehr auf.
Ab November 1925 übernahm ein Mann dieses Amt, der noch vielen Bürgern der Gemeinden Außernbrünst und Röhrnbach in guter Erinnerung sein dürfte - Otto Rankl. Der allseits beliebte Lehrer übte sein Amt bis zum Ende des 2. Weltkriegs aus, und mit seiner "Amtsübernahme" erscheinen die ersten Jahresberichte, aus denen klar und übersichtlich der Mitgliederstand, die Kassenverhältnisse, das Inventar, die Zahl der Übungen, der Versammlungen, der Brände und sonstige Hilfeleistungen hervorgehen. So kann man zum Beispiel ersehen, dass bis zum Jahre 1931 vier Übungen abgehalten wurden und ab Januar 1932 sechs Übungen durchgeführt wurden.
Von 1945 bis 1949 führte Heinrich Hofbauer das Amt des Schriftführers aus und war auch nach diesem Zeitpunkt ein Mann, der der Wehr in vielen Belangen zur Seite stand.
Vom 14.02.1981 bis 06.01.1991 fungierte Josef Griebl als Schriftführer der FF Außernbrünst, der aber sein Amt aus wohnortbedingten und beruflichen Gründen an den Lehrer Josef Höllmüller übergab. Seit dem 06.01.2010 hat der Lehrer Stefan Mixl dieses Amt inne.

Einen würdigen Abschluss dieses geschichtlichen Rückblickes soll nun der Dank an unsere Ehrenfahnenmutter Frau Berta Bachl sein, welche seit dem Jahre 1966 das Amt der Fahnenmutter inne hatte und es mit der ihr eigenen Warmherzigkeit und Freundlichkeit ausfüllt und durch ihre Besonnenheit stets einen ruhenden Pol im Vereinsleben der FF Außernbrünst bildete.
Am 06.01. ???? hat Frau Katharina Haydn dieses Amt übernommen und steht der Brünster Wehr mit Rat und Tat zur Seite.